Der Whisky Auchentoshan und die Band Lynyrd Skynyrd haben etwas gemeinsam: Bei beiden weiß man anfangs nicht, wie man sie richtig aussprechen soll. Fragt man seine Freunde, dann hat jeder seine eigene Variante auf Lager, die natürlich die absolut echte und richtige sein soll. Die amerikanische Kult-Band versuchte das Dilemma im Jahr 1973 mit einem eigenen Album namens „Pronounced ‚Leh-’nérd ‚Skin-’nérd“ zu lösen. Auch bei der Destillerie aus Glasgow hat man sich Gedanken um die Fans gemacht, die sich ständig die Zunge bei der Aussprache von Auchentoshan zerbrechen. Und so wird auf dem Karton die korrekte Aussprache des gälischen Namens wie folgt erklärt: „Ock-un-tosh-un“.

Häufige Besitzerwechsel bei Auchentoshan

Die Destillerie Auchentoshan wurde um 1800 von John Bulloch am Rande des heutigen Glasgows gegründet. Nach verschiedenen Pleiten und Übernahmen ging aus der Brennerei wohl die Auchentoshan-Brennerei hervor. Doch nicht einmal darüber sind sich die Historiker einig – so viele Besitzerwechsel und Umbenennungen hatte die Destille bis dahin schon erlebt. Seit 1994 gehört Auchentoshan zur japanischen Suntory-Gruppe und ist heute eine der letzten noch aktiven Lowland-Brennereien.

Lowland-Whiskys sind eher mild im Geschmack

Wer unsere Verkostung des Glenkinchie 10 Jahre gelesen hat, weiß schon, dass es sich bei den Lowland-Whiskys überwiegend um milde Malts handelt. So auch Auchentoshan. Das verwendete Malz wird nur sehr leicht getorft und der gewonnene Jung-Whisky dreifach destilliert. Diese „Triple Destillation“ ist denn auch das Alleinstellungsmerkmal der Brennerei. Der 12-jährige Single Malt wird in gebrauchten Bourbon- und Sherry-Fässern gelagert.

Die Verpackung des 12-jährigen Auchentoshan Single Malt ist modern und schon fast jung gestaltet: Auf silbernem Grund werden gezeichnete Szenen des Brennerei-Alltags gezeigt. Auch die Gestaltung des Etiketts mit Hinweisen auf die zu erschmeckenden Aromen zielt erkennbar auf Nachwuchs-Genießer ab.

Unser Tasting des Auchentoshan 12 Jahre

Wie riecht er?

Bei der Betrachtung im Whiskyglas wirkt der Auchentoshan 12 angenehm ölig. Feine Tropfen laufen über das Glas nach unten. Wir heben das Glas und der Duft von Vanille steigt uns in die Nase. Dieser Whisky wirkt schon vom Geruch her mild und blumig.

Wie schmeckt er?

Nach dem ersten Schluck herrschte in unserer Runde zunächst eine gewisse Ratlosigkeit vor. Grund: Die Aromen des Auchentoshan drängen sich nicht eben gerade prägnant in den Vordergrund. Eine nussige Note ist definitiv enthalten und auch der Geschmack nach hellem, süßem Toffee-Karamell bleibt angenehm im Mund. Die auf der Verpackung versprochene Mandarine konnten wir bei unserem Tasting hingegen nicht klar isolieren. Der mittellange Abgang ist eher trocken. Auch ist praktisch kein Rauch zu schmecken. Nach dem zweiten Glas festigen sich die gewonnenen Eindrücke. Und nach dem dritten klappt sogar die Aussprache von Auchentoshan einwandfrei…

   Auchentoshan 12 Jahre bei Amazon bestellen

Auchentoshan 12 Jahre
Gestaltung & Story80
Geruch64
Geschmack64
Preis-Leistung76
72
Gelungen
Fazit
Der 12-jährige Auchentoshan ist ein solider Lowland-Malt ohne größere Überraschungen. Im Glas gibt er sich harmonisch mit leicht nussigen Noten, die in Toffee übergehen. Insgesamt könnte der Geschmack aber noch etwas ausgeprägter und kräftiger sein. So bleibt das Bild eines harmonischen, aber nicht übermäßig komplexen Whiskys zurück. Für Einsteiger ist der Auchentoshan 12 Jahre gut geeignet. Mit rund 30 Euro ein solider Lowland-Whisky zu einem fairem Preis.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*