Unter Schmugglern: Ardbeg Dark Cove 46,5% im Test

Wo sind eigentlich meine Teammitglieder abgeblieben?“ und „Wie lautet bloß die Parole, damit hier endlich Ardbeg Dark Cove ausgeschenkt wird?“ sind die zwei entscheidenden Fragen, die sich die rund 500 Gäste beim Ardbeg Day auf der Cap San Diego im Hamburger Hafen stellten. Doch zunächst musste der gute Tropfen, wie in den guten alten Zeiten, erst mal ans Festland geschmuggelt werden.

Harmlose Ardbeg-Jünger unter Fahndungsdruck der Zöllner. Kann der Ardbeg Dark Cove erfolgreich an Bord geschmuggelt werden? (Foto: Alkoblog)
Harmlose Ardbeg-Jünger unter Fahndungsdruck der Zöllner. Kann der Ardbeg Dark Cove erfolgreich an Bord geschmuggelt werden? (Foto: Alkoblog)

Als weitere Hürde stellten sich dabei die Zollbeamten an Bord der Cap San Diego heraus, welche unbescholtene Ardbeg-Fans ins Verhör nahmen. Seltsamerweise hatte natürlich niemand etwas „Verdächtiges“ bemerkt. Den meisten Gästen gelang es sich mit Ausflüchten und Unschuldsmiene aus der Umklammerung der neugierigen Zöllner zu winden. Im Zweifel für den Angeklagten. Fehlte ja nur noch, dass demnächst Atemalkoholkontrollen bei den Ardbeg Days durchgeführt werden…

Nur noch schnell das Flaggenalphabet checken! (Foto: Alkoblog)
Nur noch schnell das Flaggenalphabet checken! (Foto: Alkoblog)

Doch zum Glück waren auch die Zöllner auf der Cap San Diego irgendwann Geschichte und räumten ergebnislos das Feld. Und als Dank der verteilten Teamkarten alle Teilnehmer ihre Komplizen gefunden hatten, war es auch bis zum Ausruf der geheimen Parole und dem Anlegen des Schmuggelkutters, der Fairplay VIII, mit der erhofften Ardbeg Dark Cove Lieferung nicht mehr weit…

Das Schmugglerschiff mit der Ardbeg Dark Cove Lieferung hat erfolgreich bei den Landungsbrücken angelegt. (Foto: Alkoblog)
Das Schmugglerschiff mit der Ardbeg Dark Cove Lieferung hat erfolgreich bei den Landungsbrücken angelegt. (Foto: Alkoblog)

Was ist das Besondere am Ardbeg Dark Cove?

Der Ardbeg Dark Cove ist eine Spezialabfüllung welche in zwei verschiedenen Stärken abgefüllt wurde:

  • Das Ardbeg Day Release hat 46,5%
  • Das Ardbeg Committee Release hat 55,5%

Für die Lagerung des Dark Cove hat man sich bei Ardbeg etwas Besonderes ausgedacht. Die Wahl fiel nämlich auf Sherryfässer, in denen zuvor besonders dunkler, sogenannter Dark- oder Black Sherry gelagert wurde. Anders als bei normalem Sherry, werden für den Dark Sherry die Trauben nicht ausschließlich in der Sonne getrocknet, sondern zusätzlich erhitzt. Dies vermindert den Wasseranteil in den Trauben mehr als üblich und macht den Geschmack des Sherrys noch intensiver. Als Nebeneffekt sind auch die Fässer sehr dunkel und sollen bei der Whiskylagerung ein intensiveres Aroma abgeben.

Da diese Art Sherry nur noch in geringem Umfang produziert wird, wurden die benötigten Fässer von Ardbeg über einen längeren Zeitraum aufgekauft. Die besondern Sherryfässern dominierten den Ardbeg alleinstehend jedoch zu sehr, so dass auch in Ex-Bourbonfässern gelagerter Ardbeg-Whisky für die Abfüllung verwendet wurde. Über das Mischverhältnis schweigt sich Ardbeg leider aus. Der intensive Geschmack spricht jedoch für einen ordentlichen Anteil der speziellen Dark-Sherryfässer. Doch dazu mehr in unserer Verkostung.

Unser Tasting des Ardbeg Dark Cove

Wie riecht er?

Zuerst baut der Ardbeg Dark Cove eine dichte Wand aus Rauch (Lagerfeuer) und Schwefel vor uns auf. Als ich hindurchstoße erinnert mich der Duft an Fleisch wie etwa Schinken oder spanische Salami (Chorizo). Aber auch süßere Aromen wie helles Karamell und weiße Schokolade erkenne ich. Nach etwas Standzeit rieche ich feuchten Tabak sowie salzige Aromen mit Jod. Den Abschluss bilden geröstete Mandeln sowie Feigen, reife Äpfel und Rosinen. Über allem liegt ein torfiger Charakter.

Wie schmeckt er?

Der Antritt des Geschmacks ist eine Mischung von würzigem Rauch und feiner fruchtiger Süße. Sehr gut ausbalanciert. Eine feine Zitrusnote ist zu schmecken, als sich der erste Rauch legt. Der Geschmack erscheint sehr komplex zwischen herben mineralischen und süßen Aromen. Im Mittelteil schmecke ich auch Rosinen, Ingwer und gerösteten Kaffee. Gegerbtes Leder und lackiertes Holz kommen hinzu. Im Abgang taucht wieder der Kaffee zusammen mit Teer und salzigen medizinischen Aromen auf. Feine Whiskykunst, die Ardbeg uns Schmugglern hier serviert.

Ardbeg Dark Cove 46,5%
Gestaltung & Story84
Geruch86
Geschmack92
87
Fazit
Wow! Im Tasting-Glas braucht der "Schmuggler-Whisky" Ardbeg Dark Cove keinen langen Anlauf. Im Geruch eine dichte Geruchswand mit einer Mischung aus rauchigen-, fleischigen und süßen Aromen. Im Geschmack legt er sogar noch eine Schippe drauf. Der passionierte Islay-Fan wird seine helle Freude an diesem Dram haben. Leider limitiert und daher schon so gut wie ausverkauft. Aus diesem Grund bewerten wir die Preis-Leistung nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*