Mit Appenzeller Alpenbitter gelingen leckere Cocktails mit Kräuternote (Foto: Offenblende)

Die Gegend um Appenzell ist ein ganz besonders urtümliches Stück Schweiz. Die Berge sind atemberaubend hoch, die Wiesen so grün wie auf einer Postkarte und die Kühe tragen wirklich alle große Glocken um den Hals. Die Bauern pflegen noch das alte Brauchtum, viele leben auf den verstreut im Tal liegenden kleinen Höfen. Diese Tradition und die Naturverbundenheit spiegelt auch der im Ort hergestellte Appenzeller Alpenbitter wieder, der aus 42 Kräutern gebrannt wird. Einige wie Gelber Enzian, Minze, Wermut, Zitronenmelisse oder Lavendel werden inzwischen sogar vor Ort angebaut.

Wenn man nun dorthin reisen und einem dieser Appenzeller Bauern erzählen würde, dass man „ihren“ Alpenbitter im hippen Berlin jetzt als „Cold Drip Coffee Cocktail“ genießt, sie würden verwundert die Stirn runzeln. Aber nicht etwa, weil ihnen diese Idee so absonderlich vorkäme, sondern weil das für sie sprichwörtlich „Kalter Kaffee“ wäre.

Einmaliger Blick: Im Gasthaus Aescher Wildkirchli nahe Appenzell genießt sich der Alpenbitter besonders gut (Foto: Appenzeller Alpenbitter AG)
Einmaliger Blick: Im Gasthaus Aescher Wildkirchli nahe Appenzell genießt sich der Alpenbitter besonders gut (Foto: Appenzeller Alpenbitter AG)

Am Anfang war der Kafi Luz

„Das haben wir doch immer schon so gemacht“, würden sie vielleicht sagen (auf Schweizerdeutsch natürlich und mit appenzellerischer Sprachfärbung, sodass wir nichts verstehen und unsererseits die Stirn runzeln würden). Und sie wären vielleicht sogar etwas stolz auf ihre Erfindung: Kafi Luz heißt das Getränk, welches die Bergbauern früher immer beim Aufstieg mit ihren Kühen auf die Alm tranken und welches aus Kaffee, Zucker und Schnaps besteht. Für die harte Arbeit am Nachmittag hatten sie so genug Energie, um bei Wind und Wetter auch noch die letzte Wiese zu mähen. Nun wird so ein typischer „Luz“ zwar häufig mit Träsch (einem Brand aus Äpfeln und Birnen) oder Zwetschgenbrand gemischt, aber gewisse Ähnlichkeiten zur Mix-Methode mit dem Alpenbitter im fernen Berlin sind dennoch unübersehbar.

In der Bar Prinzipal in Kreuzberg wurden spannende Cocktails mit Appenzeller Alpenbitter kreiert (Foto: Offenblende)
In der Bar Prinzipal in Kreuzberg wurden spannende Cocktails mit Appenzeller Alpenbitter kreiert (Foto: Offenblende)

Appenzeller Alpenbitter veredelt Cold Drip Coffee – perfekt für koffeinhaltige Cocktails mit Kräuternote

Und genau das macht die Sache so spannend: Aus alten Traditionen werden neue Rezepte und aus Appenzeller, der zwei Stunden lang durch frisch gemahlenen Espresso tropft, wird eine hochwertige Zutat für leckere Cocktails. Bei einem Event in der Bar Prinzipal in der Kreuzberger Oranienstraße wurden einige originelle Kreationen vorgestellt, welche den Schweizer Kräuterhalbbitter als Grundlage haben.

So zeigte ein „Appenbram“ genannter Cocktail, dass mit Appenzeller veredelter Cold Drip Coffee, Creme de Mure, Schwarzbeerenmarmelade, Zitronensaft und etwas Zucker ein unheimlich vielschichtiges Geschmackserlebnis gelingen kann. Vor allem wenn der Drink noch mit Bitterschokolade garniert ist, welche die feine Säure des Kaffees perfekt ergänzt. Durch die Schwarzbeeren kam zudem eine eher zurückhaltende Süße in den Drink. Ein Experiment, dass zum Nachmixen einlädt!

Feine Drinks erhalten mit Appenzeller Alpenbitter einen neuartigen Twist: Appenbram Cocktail in der Bar Prinzipal (Foto: Offenblende)
Feine Drinks erhalten mit Appenzeller Alpenbitter einen neuartigen Twist: Appenbram Cocktail in der Bar Prinzipal (Foto: Offenblende)

Wie die folgenden Rezepte zeigen, können auch weniger ambitioniert angelegte Versuche mit dem Appenzeller zu spannenden Drinks führen. Der vielschichtige Alpenbitter trägt hierbei die Aromen der weiteren Zutaten und bringt eine sehr angenehme, kräuterige Grundnote in die Drinks.

Cocktailrezepte mit Appenzeller Alpenbitter

Die folgenden Drinks lassen sich ganz einfach selber herstellen. Sie verbinden den Kräuterhalbbitter mit Ingwernote in einem Longdrink oder mit Kaffee in zwei Cocktails, die munter machen. Appenzeller Alpenbitter gibt es außerhalb der Schweiz bisher nur in wenigen Spirituosengeschäften. Man kann ihn aber auch online bestellen z.B. bei chuchichaeschtli.de oder bei Kaffischopp.de.

Wilde Heidi (Longdrink)

Das braucht ihr:

  • 5 cl Appenzeller
  • 10 cl Ginger Beer oder Ginger Ale
  • Limette
  • Nelken

So wird’s gemacht:

Appenzeller Alpenbitter ins Glas geben, mit Ginger-Limonade aufgießen und mit Limette und Nelken garnieren.

Starker Peter (Longdrink)

Das braucht ihr:

  • 5 cl Appenzeller
  • 10 cl Tonic Water
  • Orangenscheibe

So wird’s gemacht:

Appenzeller Alpenbitter ins Glas geben, mit Tonic Water aufgießen und mit der Orangenscheibe verzieren.

Pick me up (Kaffee-Cocktail)

Das braucht ihr:

  • 5 cl Appenzeller
  • 1 kalter Espresso
  • 10 cl Tonic Water
  • Saft einer geviertelten Limette
  • Zitronenzeste

So wird’s gemacht: 

Appenzeller Alpenbitter zusammen mit dem kalten Espresso ins Glas geben, mit Tonic Water aufgießen und mit Limettensaft abschmecken. Dann mit der Zitronenzeste garnieren.

Lift me up (Kaffee-Cocktail)

Das braucht ihr:

  • 4 cl Appenzeller
  • 4 cl Cold Brew Kaffee (oder 1 kalter Espresso)
  • 3 cl Blaubeersaft
  • 2 Dash Angostura
  • 8 cl Ginger Beer oder Ginger Ale
  • Blaubeeren und Zitronenzeste

So wird’s gemacht:

Appenzeller Alpenbitter zusammen mit dem dem Cold Brew Coffee in ein Longdrinkglas geben, dann Blaubeersaft und Angostura hinzugeben. Mit Ingwerlimonade auffüllen und mit aufgespießten Blaubeeren und Zitronenzeste verzieren.

   Mehr Infos zum Appenzeller Alpenbitter …

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