Der Ernst von Albrecht: Aldi Statesman Scotch im Test

Der deutsche Discounter Aldi und schottische Blends passen in Sachen Geheimnissen gut zusammen: Bei Blended Whiskys bleibt die genaue Zusammensetzung der Abfüllung und der Anteil des Grain-Whiskys genauso geheim, wie das Handeln des deutschen Großkonzerns, von dessen Eigentümer-Familie Albrecht so wenig nach außen dringt. Heute wollen wir in unserem Whisky-Test zumindest das Geheimnis lüften, ob der Aldi Statesman-Whisky einen Versuch wert ist und der Griff in das Regal lohnt. Der Statesman-Scotch ist im übrigen bei Aldi-Nord der Standard-Whisky, während bei Aldi-Süd der Old Keeper erhältlich ist.

In Anbetracht des niedrigen Preises von 7,59 Euro für 0,7 Liter sind die Erwartungen schon mal gering und das obwohl der Statesman vollmundig verspricht: „This old Scotch Whisky is produced from only the finest Malt and Grain Whiskys which have been specially selected and matured in oak casks for a period of 3 years and more.“ Die drei Jahre Minimum an Lagerdauer hat der Statesman also genossen, mit weniger dürfte er auch gar nicht als Scotch verkauft werden. Aber viel länger? Wenn die Abfüller den Mund da mal nicht etwas zu voll nehmen.

Whisky-Test des Aldi Statesman Scotch

Wie riecht er?

Kaum geöffnet, schon hat man diesen fuseligen Duft in der Nase. Der Statesman riecht ausgeprägt alkoholisch, dabei recht dumpf und muffig. Erinnert uns irgendwie an Mottenkugeln. Dazu feuchtes Laub und Gras, aber auch Getreide. Der Geruch des Statesman wird mit längerer Standzeit flacher und angenehmer, was aber nicht darüber hinwegtäuscht, dass er durchgehend unkomplex und fade ist. Ob der günstige Scotch-Blend seine Schüchternheit im Tasting ablegen kann?

Wie schmeckt er?

Angesichts der niedrigen Erwartungen sind wir beim ersten Schluck positiv überrascht: Wir schmecken Rauch und Vanille, gleich darauf brennt der Alkohol des gar nicht mehr so galanten Statesman allerdings leider ordentlich nach. Dieser Blend verfügt über wenig Körper und lässt jegliche Frucht vermissen. Er wirkt dadurch recht ernst und ein wenig verbissen. Als einzige Aromen lassen sich malzige Getreidenoten feststellen, das Geschmackserlebnis ist allerdings schmal und der Statesman Scotch kurz- und langfristig kein Trinkgenuss.

Weitere Discounter-Whiskys im Test

Wir haben auch die Whiskys der anderen großen deutschen Discounter-Supermärkte auf den Prüfstand gestellt. Welcher der günstigen Scotch-Malts setzt sich im Vergleich die Krone auf und welcher Whisky wird auf die Plätze verwiesen?

Unseren Discounter-Whisky-Vergleichstest lesen

Aldi Statesman Scotch
Gestaltung & Story50
Geruch46
Geschmack38
Preis-Leistung48
46
Fazit
Als dumpf, muffig, alkoholisch lässt sich der Statesman wohl am besten beschreiben. Beim Trinken dieses Discount-Blends kommt keine Freude auf, zu ernst und bitter ist der Geschmack. Ein Scotch Blend zum abgewöhnen.

4 Kommentare

  1. … mich wundert das ehrlich gesagt überhaupt nicht. Was will man bei dem Preis schon erwarten? Das sind Produkte für die Einmal-im-Jahr Whisky Käufer, die bis zum nächsten Sylvesterfest wieder vergessen haben, wie grauenhaft die Plörre vom letzten Jahr geschmeckt hat 🙂
    Guten Rutsch!
    Daniele

  2. Ich war neugierig (und knapp bei Kasse) was ALDI mir für den Preis
    bietet, und so tat ich den Griff ins Regal und schlenderte zur Kasse.
    Für €7,59 kann man nichts verkehrt machen.
    Abends zu Hause habe ich die Flasche geöffnet und mir ein Glas eingeschenkt.
    Der Geruch war durchaus whiskyartig – nicht unangenehm. Dann der erste
    Schluck. Besser als erwartet. Etwas Rauch, etwas Holz und auch einen Hauch
    Vanille.
    Ein Single Malt ist es nicht, aber für den Alltag noch in Ordnung. Ich könnte
    mir vorstellen, daß der Statesman zum mixen ganz gut ist.

  3. Der Aldi Whisky für den Preis und dann noch mit Irgend einer Verdünnung wie Cola gestreckt ist doch nicht schlecht. Mit dieser Verdünnung schmeckt doch jeder Whisky gleich.

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