Günstiges Bier, aber auch gut? Wir haben das Adelskronen Hefe probiert. (Foto: Alkoblog)

Der Blick ins Portemonnaie bringt mich auf den Boden der Tatsachen zurück. Jeden Morgen.

Wie fast immer in letzter Zeit: Das Geld von den Alkobloggern ist noch nicht da. Gut, liegt vielleicht daran, dass ich an den Redaktionssitzungen seit Wochen nicht teilgenommen habe. Ok und Kolumne habe ich auch keine abgegeben. Aber wer wird denn gleich kleinlich sein? Wenn der Suffkowski mal eine kleine Kreativpause einlegt, sich besinnt, auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Ich bin doch eine tragende Säule der Redaktion, die gute Seele, der warme Hauch…oder so ähnlich.

Aber man muss mit der Zeit gehen, sich anpassen. Kolumnen ziehen nicht mehr bei der Generation Alkopop. Heute müssen es „Testberichte“ sein. Na gut, dann schreib ich euch halt so einen „Testbericht“, werdet schon sehen, was ihr davon habt!

Die Operation „Testbericht“ bringt es mit sich, dass ich nun ein Produkt zum Testen brauche. Schöne Scheiße! Ich überlege aufzugeben und mich gleich wieder ins Bett zu legen. Doch das ist mit mir nicht drin! Mein Opa war schließlich in Vietnam — letztes Jahr mit der TUI. Gruß übrigens an Atze Schröder, dessen Opa war auch da.

Das Erdinger des kleinen Mannes

Mangels passenden Rezensionsexemplaren großer multinationaler Konzerne, entschließe ich mich für einen Blick ins Portemonnaie. Kurzer „Finance Check“ wie die Jungredakteure vom Alkoblog vermutlich in ihre Smartphones hacken würden. Fazit: 34 Cent. Ich weiß, was das heißt. Für 34 Cent gibt es immerhin Adelskronen Hefe-Weißbier ausm Penny. Das Erdinger des kleinen Mannes.

Ihr fragt euch, wie dieses „aus besten Rohstoffen“ gebraute Bier schmeckt? Ein Bier, welches den Werbeslogan „Feiner Hefegenuss“ stolz am PET-Flaschenhals trägt, wie eine läufige Hündin ihr Halsband. Ein Bier, bei dem selbst Penner andachtsvoll die Augen verdrehen und vor dem sie ihren löchrigen Hut ziehen. Gut, das Letzte habe ich mir gerade ausgedacht…die Penner am Bahnhof Zoo tragen heute gar keinen Hüte mehr. Dafür sind Basecaps in (glaube ich jedenfalls).

Meine Verkostung des Adelskronen Hefe-Weißbier naturtrüb

Die Adelskrone riecht nach Hefe und nach Weizen. Keine schlechte Voraussetzung für ein Hefe-Weizen. Ich proste mir vor dem staubigen Spiegel selbst zu. Prost, alter Knabe! Das Bier schmeckt sehr weich und cremig. Vielleicht auch etwas pelzig. Kurzer Schulterblick auf das Haltbarkeitsdatum. Das Etikett ist unleserlich. Meine trüben Augen erkennen eine 12 und eine 15. Also ich würde mal über den Daumen peilen: An Weihnachten ist das noch gut trinkbar! Oder irgendwer in der Regierung hat schon vor längerem entschieden, dass das Jahr jetzt 15 Monate hat. Hab ich da was verpasst?

Kein Bier für die Mikrowelle

Ansonsten angenehmerweise nur wenig von dem säuerlichen Geschmack, den billige Weizenbiere aus dem Discounter sonst häufig haben. Es erinnert mich fast ein wenig an ein britisches Ale. Lang ist das her, aber die Erinnerung trügt euren Suffkowski ganz sicher nicht. Ob man es auch warm servieren kann, wie der Barkeeper im Old English Pub immer? Besser nicht zu weit vorwagen, lieber das kühle Bier genießen. Keep the moment as it is – oder so ähnlich. Außerdem bin ich zu faul, um jetzt zur Mikrowelle zu gehen und mir die Adelskrone warm zu machen.

Schraubverschluss mit Adelstitel

Ist die Adelskrone ein monarchisches Bier? Diese Frage stelle ich mir nach etwa zwei Dritteln der Flasche. Dafür spricht der eindeutig goldene Plastikschraubverschluss, sowie das Wappen inklusive fünf Sternen auf dem Etikett. Eindeutig eine Dynastie auf höchstem Niveau, die hier ihr Bier unter das trinkwillige Volk bringt.

Die Alkoblogger würden jetzt vermutlich googeln und dann doch nur herausfinden, was euer alter Suffkowski sowieso schon weiß: Adelskronen Hefe-Weißbier wird bei Oettinger in Braunschweig gebraut. Glaubt ihr mir nicht? Na dann „googelt“ doch mal…

Suffkowskis ganz und gar ehrliches Fazit

Kommen wir zum spontanen Fazit, da sich mein Glas empfindlich dem Ende zuneigt: Kleinliche Zeitgenossen werden das Adelskronen Hefeweizen als gärig, charakterlos und wenig spritzig empfinden. Wahre Genießer, zu denen natürlich euer lieber Suffkowski zählt, entdecken dagegen die feinen Noten von vergammelter überreifer Banane. Es ist dieser Geruch einer warmen Sommernacht, wenn unter eurem Fenster die Biotonne sich ganz plötzlich überlegt, mit dem Gären anzufangen… Ein fast schon romantisches Hefe-Weißbier also, dass uns die Brau-Spezialisten aus Brau-Schweig (haha!) da hingezaubert haben!

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