Der älteste Whisky der Welt

Der älteste schriftliche Beleg der Whisky-Herstellung geht auf das Jahr 1494 zurück. Ein schottischer Steuerbeleg enthält den Eintrag: „Acht Balls Malt für den Bruder Cor, um Aqua Vita herzustellen“. Besagter John Cor war ein Benediktiner-Mönch im Kloster Lindores in Schottland. Er stellte angeblich den ersten Whisky der Welt her. Doch auch in Irland beansprucht man die Erfindung der Spirituose für sich. Die älteste bekannte Flasche ist derweil rund 400 Jahre jünger: Der Glenavon Special Liqueur Whisky wurde vermutlich zwischen 1851 und 1858 abgefüllt und hält den Guiness Weltrekord für die älteste Whisky-Flasche. Über viele Jahre war der Scotch im Besitz einer irischen Familie bis er in London für umgerechnet fast 18.000 Euro versteigert wurde.

Der teuerste Whisky der Welt

Als Anfang Januar eine kunstvolle 6-Liter-Flasche von Macallan ‚M‘ in Hongkong zur Versteigerung kam, überschlugen sich die Gebote: Am Ende fiel der Hammer bei einem Gebot von 4,9 Millionen Hongkong-Dollar (umgerechnet etwa 462.000 Euro). Der Macallan enthält Whisky aus spanischen Sherry-Fässern, der zwischen den 1940er und 1990er Jahren gebrannt wurde. Er soll nach getrockneten Früchten und Gewürzen schmecken, die von feinen Orangen-Aromen und eleganten Holznoten abgerundet werden. Wer keine Design-Flasche benötigt, kann auch die „Standard-Version“ des Scotch Whiskys für schlappe 3.500 Euro erwerben… Eine Übersicht über die 10 teuersten Whiskys der Welt könnt ihr hier entdecken.

Whisky-Genießer in Deutschland

Kaum zu glauben: Jeder Deutsche trinkt im Durchschnitt einen halben Liter Whisky pro Jahr. Laut einer Statistik des Bundesverbandes der Deutschen Spirituosen-Industrie aus dem Jahr 2010 gibt es hierzulande rund sechs Millionen regelmäßige Whisky-Genießer. Rund 64 Millionen Flaschen gingen über die Ladentheke. 45 Prozent davon war Bourbon Whiskey, 40 Prozent Scotch, sechs Prozent Malt Whisky und neun Prozent andere Sorten. Über den Anteil von hochwertigen Whiskys an der Gesamtmenge gibt es leider keine Angaben…

Das Wasser des Lebens

Auf Gälisch heißt Whisky „Uisce beathe“ – was übersetzt ungefähr so viel heißt wie „Wasser des Lebens“. Schon in der Anfangszeit schrieb man dem Scotch eine belebende Wirkung zu…und die hat er bis heute behalten.

Whisky oder Whiskey?

Schreibt man Whisky jetzt mit oder ohne ‚e‘? Es hängt davon ab, wo er herkommt. Schottischer Whisky wird ohne ‚e‘ geschrieben. Whiskey aus Irland oder den USA hingegen immer mit ‚e‘. Und deutscher Whisky? Interessanterweise auch ohne ‚e‘ – was daran liegen könnte, dass Scotch einen besseren Ruf hat und die deutschen Brennereien an diese Tradition anknüpfen wollen.

Der Angels‘ Share

Ein Whisky, der in Holzfässern gelagert wird, verliert etwa zwei Prozent seiner Masse pro Jahr. Die Spirituose verdampft durch die Faßwände hindurch. Dieser Schwund wird auch „angels‘ Share“ (Anteil der Engel) genannt. Entscheidend sind dabei neben dem verwendeten Fass auch die Temperatur sowie die Luftfeuchtigkeit im Raum. Letztere entscheidet darüber, ob mehr Wasser oder Alkohol verdunstet. So verdunstet im feuchten Klima Schottlands mehr Alkohol während der Lagerung, in den trockenen USA hingegen mehr Wasser. In modernen Whiskylagern versucht man den Angels‘ Share zu steuern und zu begrenzen.

Drei – die magische Zahl für Scotch

Whisky aus Schottland muss mindestens drei Jahre im Fass gelagert werden, bevor er sich Scotch nennen und verkauft werden darf. Doch selbst mit drei Jahren handelt es sich noch um eine sehr junge Spirituose. Bei Single Malts geht es üblicherweise bei 10-12 Jahren im Fass los. Und einige Destillerien heben ihre wertvollsten Fässer sogar 70 Jahre und länger auf…

Illegal gebrannt

In der Anfangszeit brannten viele Schotten auf dem Land ihren Whisky einfach selbst: Tausendfach schossen kleine Schwarzbrennereien in der Speyside und anderswo aus dem Boden. Erst im Jahr 1644 erließ Karl. I. eine Alkoholsteuer. Doch relativ vergeblich: Die Tradition des Heimbrennens war schon ins Brauchgut übergegangen, viele Schotten ignorierten das Gesetz einfach. Selbst in Edinburgh sollen im Jahr 1777 nur acht von 408 Destillerien überhaupt eine gültige Lizenz besessen haben. Heute kommt das Schwarzbrennen in ländlichen Gegenden zwar teilweise noch vor, hat aber durch die weite Verbreitung von günstigen und gut schmeckenden Spirituosen im Handel seinen Reiz weitgehend verloren.

Foto: tikky / sxc.hu

1 Kommentar

  1. Hi,

    das sind interessante Fakten. Z.B. hätte ich nicht gedacht, dass die Deutschen so viel Whiskey trinken. Und wie und wo man ihn mit e und ohne e schreibt, kann ich mir wohl jetzt auch endlich merken 😉

    Gruß

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*