Whisky

Veröffentlicht am 20. April 2017 | Foto: Alkoblog

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Solider Speysider: Aberlour 15 Jahre im Test

Als wir während unserer Whiskyreise durch die Speyside in Aberlour Station machen, sind wir erstaunt. Im Herzen der Speyside,unweit des Malt-Whisky-Trails hätten wir eigentlich mit einem Ansturm unzähliger Whisky-Fans gerechnet, welche die Straßen bevölkern und die Bars und Kneipen unsicher machen. Doch die High Street, die Hauptstraße von Aberlour, liegt völlig verschlafen vor uns. Wären wir in einem Western, würde wohl spätestens jetzt ein Busch vorbeirollen.

Charlestown of Aberlour: Ein etwas verschlafener Ort an den Ufern des Spey. (Foto: Alkoblog

Obwohl keine Touristen im Ortskern sichtbar sind, ist im Ort offensichtlich kein Zimmer zu haben, so dass wir gezwungen sind auf einer nahe gelegenen vegetarischen Bio-Farm zu übernachten. Vor unserer Destillerie-Tour bei Aberlour (Startzeit: 10:00 Uhr) ist ein zünftiges Full Scottish Breakfast als solide Grundlage eigentlich schon Pflicht. Auf unserer Bio-Farm werden aber leider nur vegetarische Gemüsepuffer gereicht.

Im Anschluss wollen wir uns heimlich bei der lokalen Take-Away-Fettbraterei mit einem fettigen Cheeseburger („Mh…schmeckt gar nicht mal so gut.“) und einer noch fettigeren Pizza stärken, welche von zwei frittierfreudigen Schülerinnen in der lokalen Take-Away-Fettbraterei kredenzt werden. Plötzlich spaziert unsere Bio-Farm-Wirtin vorbei. Gedankenschnell wollen wir uns noch hinter unseren Pizzakartons verbergen. Doch zu spät. Skeptisch streift uns ihr Blick. Werden wir uns auf der Bio-Farm je wieder blicken lassen können?

Einen Blick wert: Die Whiskys von Aberlour

Aberlour mag vielleicht kein optimaler Übernachtungsort während einer Whiskyreise sein und scheint auch sonst keine großen kulinarischen Höhepunkte bereit zu halten. Dennoch ist die Aberlour-Destillerie, mit der sehenswerten Tour und seinen hochwertigen Whiskys immer einen Blick wert. So auch die 15-jährige Abfüllung von Aberlour, die wir während des Whisky&Festival in Puttgarden im Glas hatten. Der Aberlour 15 Jahre lagerte zuerst 14 Jahre in einem Mix aus Bourbon-Hogshead und Sherryfässern. Das letzte Jahr verbringen die nun geblendeten Whiskys gemeinsam in frischen Sherryfässern.

Unser Tasting des Aberlour 15 Jahre

Wie riecht er?

Der Geruch von süßem Mandelkuchen ist der erste Eindruck, der sich uns im Nosing aufdrängt. Dann süßlich mit dem Duft von trockenem Holz und Trockenobst wie Kirschen und Marillen (Aprikose). Hier wird auch direkt die teilweise Lagerung in Ex-Sherryfässern deutlich. Darüber hinaus riechen wir Lavendel-Seife und Marzipan.

Wie schmeckt er?

Im ersten Tasting zuerst floral und fruchtig mit Lavendel, Orangenschale und Grapefruit-Zitrusnoten. Das Mundgefühl ist trocken, holzig mit leichter Schärfe und Würzigkeit vom Eichenholz. Weiterhin schmecken wir Kardamom, Marzipan und Mandeln sowie röstige Malzaromen, helles Karamell (Whisky-Fudge) und die Schärfe von grünem Pfeffer runden den Malt-Whisky ab.

Alkoblog.de Whisky-Test: Aberlour 15 Jahre

Gestaltung
Geruch
Geschmack
Preis-Leistung

Fazit von Samuel: Der Aberlour 15 Jahre ist ein guter Speyside-Whisky mit spannenden Sherryaromen. Süße und Würze wechseln sich angenehm ab. Der Malt-Whisky ist gut ausbalanciert und in seinen Aromen nicht überfrachtet. Der Preis von rund 40 Euro ist sehr fair.

4.3



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Über den Autor

Samuel

mag besonders fruchtige Speyside-Whiskys und rauchige Single Malts von Islay. Hin und wieder findet auch ein leckerer Karibik-Rum den Weg in sein Nosing-Glas. Im Test redet Sam Klartext.


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