„Ein Kapitän und sein Maat haben seit längerem Streit miteinander. Der Maat trinkt gerne mal einen über den Durst und der Kapitän will das nicht länger dulden. Als der Maat wieder mal betrunken ist, trägt der Kapitän ins Logbuch ein: Heute, 10. April - der Maat ist betrunken. Als der Maat während der nächsten Woche diesen Eintrag liest, wird er erst wütend, dann überlegt er kurz. Schließlich trägt er ins Logbuch ein: Heute, 13. April - der Kapitän ist nicht betrunken.“
Es war schon ein kräftiger Seemann, den das Internet zu uns gespült hat: Die Rede ist vom Talisker Storm, den wir jüngst verkosten durften. Schon das Äußere von Karton und Flasche kündigt mit dunklen Wolken das Heranziehen eines Unwetters an. Wild und ungestüm bricht sich auf dem Foto die Brandung am Felsen. Im Vergleich zum Talisker 10 Jahre ist die Gestaltung des Etiketts weniger klassisch, aber auch etwas schlicht geraten. Das helle Etikett wirkt in unseren Augen etwas hochwertiger. Doch die aufgefrischte Gestaltung könnte auch einen Grund haben: Vermutlich versucht die Marketingabteilung von Talisker mit dem Storm eher den Nachwuchs-Whiskytrinker anzusprechen.
Ein Nachwuchs-Whisky?
Der Talisker Storm ist aber nicht nur von der Gestaltung jünger als sein zehnjähriges Pendant, sondern auch vom Inhalt: Es ist ein Single Malt-Whisky ohne Altersangabe. Mindestens drei Jahre muss ein solcher Scotch nach den offiziellen Vorgaben sein. Doch da Alter nicht gleich Qualität ist und es auch viele gute junge Whiskys gibt, sollte man sich davon nicht abschrecken lassen.
Rauch in der Nase
Beim Geruch zeigt sich schnell, mit welchen Wassern der Talisker Storm gewaschen ist: Rauch, Torf, trockenes Holz, aber auch Salz sind zu erschnuppern. Verbrannte Noten mischen sich hinzu, die Assoziation von trockenem Treibholz schwebt im Raum. Es ist der unverkennbare Geruch eines Insel-Whiskys.
Die Talisker-Destillerie ist die einzige Brennerei auf der Isle of Skye, einer kleinen Insel vor der Küste Schottlands. Sie wurde 1831 von den Brüdern Hugh und Kenneth MacAskill in Carbost am Ufer des Loch Harport gegründet. Das Anwesen Talisker House, wenige Kilometer westlich in den Bergen, war namensgebend für die Destillerie. Nach einer wechselvollen Geschichte mit vielen Besitzerwechseln (die sich unter anderem hier nachlesen lässt) gehört Talisker heute zum Spirituosenhersteller Diageo.
Trocken im Geschmack
Beim Geschmackstest fällt gleich die große Trockenheit auf. Der Talisker Storm ist rauchig, torfig, mit leicht zitronigem Kitzeln in der Nase und Anklängen an Kiefernharz. Salzige Noten gesellen sich dazu, die ins Scharfe übergehen. Es folgt ein feuriger, leicht metallischer Nachgeschmack. Schon beim zweiten Schluck wird unser Mundraum trocken, ein Schluck Wasser muss her.
Im Vergleich zum Talisker 10 y.o. präsentiert sich der Storm insgesamt rauchiger und etwas dynamischer. Der Geschmack breitet sich schnell im Mund aus, verhallt aber auch schneller. Wo beim 10-jährigen Talisker leichte Wacholdernoten mitschwingen, die sich mit dezenterem Rauch und Salz zu einem komplexen Geschmacksbild mischen, kommt der Storm schneller auf den Punkt. Die Unterschiede im Geschmack lassen sich vielleicht am besten mit dem Gegensatz “rasant” vs. “elegant” beschreiben. Der Storm als Jungspund nimmt schnell Fahrt auf, hat aber weniger Tiefe. Der “erfahrene” 10-jährige lässt sich mehr Zeit und kann dadurch komplexere Aromen entfalten.
Vertauschte Gläser
Und dann passiert uns im Tasting ein vielleicht folgenschwerer Faux-pas: Wir vertauschen die nicht beschrifteten Probegläser der beiden Whiskys! Ab diesem Moment zeigt sich, dass die beiden hochprozentigen Brüder doch große Ähnlichkeiten aufweisen. Anhand des breiteren Geruches gelingt es uns zwar schnell, den Storm wieder zu identifizieren, vom Geschmack her sind sie sich aber doch recht ähnlich.
Empfehlung
Bleibt die Frage zu welcher Flasche man greifen sollte: Preislich liegen die beiden Talisker etwa gleich auf. Der Storm ist für rund 36 Euro zu haben, den 10-jährigen Talisker gibt es für etwas über 30 Euro plus Versand. Gerade wegen des geringen Preisunterschieds werden wohl viele doch zum klassischen Talisker greifen. Er bietet eine größere Reife und Komplexität. Der Talisker Storm müsste an der Kasse durch einen niedrigeren Preis auftrumpfen, um ernsthaft Boden gut zu machen. Mit beiden Whiskys macht man aber geschmacklich nichts verkehrt - es ist wie immer eine Frage der persönlichen Vorlieben, welche Flasche einem mehr zusagt.
Wir danken dem Weisshaus Shop für die Zusendung einer Probeflasche Talisker Storm. In dem gut sortierten Onlineshop finden sich nicht nur zahlreiche Whisky aus Schottland und aller Welt, sondern auch weitere hochwertige Spirituosen. Der Händler mit Sitz in Österreich und Deutschland hat sich zudem auf regionale Liköre und Edelbrände spezialisiert und ist seit mehr als 30 Jahren auf dem Markt. Die Lieferung innerhalb Deutschlands erfolgt schnell und unkompliziert mit DHL.
Es passierte mir erst letztens in einer Bar mitten in Berlin. Ich hatte einen 12-jährigen schottischen Single Malt Whisky bestellt. Nichts besonderes, aber doch einen Tropfen, den man eher verkosten als schnell wegtrinken würde. Ihr könnt euch die Überraschung vorstellen, als ein paar Minuten später mein Drink kam: Ein breites Tumbler-Glas bis zum Rand gefüllt mit Eis und am Boden als Pfütze der kostbare Whisky. Es hätte bloß noch die Frage gefehlt, ob ich gerne noch eine Cola dazu hätte, um das Trauerspiel perfekt zu machen…
Whiskyglas.org hilft bei der Auswahl
Wie dieses Erlebnis zeigt, wird Whisky immer noch häufig falsch serviert und getrunken. Eine neue Webseite soll jetzt dabei helfen, das richtige Whiskyglas zu finden: Unter whiskyglas.org finden Interessierte eine Übersicht über die gängigen Varianten. Vom traditionellen schottischen Quaich über den Whisky-Tumbler bis hin zum ausgefeilten Nosing-Glas reicht das Ensemble. Die verschiedenen Whiskygläser werden mit ihren Vorteilen und Schwachpunkten vorgestellt und bewertet. Dabei geht es nicht nur um Form und Funktion, sondern auch um die Handhabung und das passende Design. Für passionierte Whiskytrinker gibt es mittlerweile eine Vielzahl an guten Gläsern für den Hausgebrauch. Hier soll die Seite eine Art Kaufberatung rund um das Whiskyglas bieten.
Von Tumblern und Nosing-Gläsern
Es gibt durchaus Argumente für verschiedene Glas-Arten: So ist etwa der Whisky-Tumbler mit seinem dicken Glasboden durchaus gut zum Trinken von Blended Malts (also verschnittenen Whiskys) geeignet. Auch amerikanische Whiskeys (Bourbon) werden gerne im Tumbler-Glas serviert. Hier schadet es auch nicht, wenn etwas Eis im Glas ist. Es geht um das Trinken der Spirituose und nicht um das feine Verkosten. Wer hingegen Single Malts bevorzugt, der wird über kurz oder lang nicht um ein Nosing-Glas herumkommen. Mit seiner bauchigen Form ist es perfekt geeignet, um das Aroma möglichst lange zu behalten. Nur wenig Sauerstoff kommt an den Whisky. Hält man seine Nase an das Whiskyglas fällt es leichter, die tiefen Aromen zu erschnuppern und zu genießen. Über den breiten Glasrand verteilt sich das Destillat breit im Mund - ein komplexes Erlebnis der Aromen ist möglich.
Gute Qualität zum guten Preis
Doch nicht nur bei der Form, sondern auch bei der Qualität von Whiskygläsern gibt es Unterschiede: So sollte das Glas möglichst ungefärbt sein, um die Farbe der Spirituose einordnen zu können. Dünnes Kristallglas reflektiert einen geringeren Lichtanteil, der Whisky hat eine kräftig schimmernde Farbe. Günstige Whiskygläser sind meistens nicht mundgeblasen, sondern werden in einer Form gepresst. Was ästhetisch nicht ganz so ausgefeilt wirkt, hat auf den Geschmack aber meist keinen Einfluss.
Individuelles Geschenk: Whiskyglas mit Gravur
Eine persönliche Note haben Whiskygläser mit Namen. Diese gibt es in verschiedenen Formen und Qualitäten. Vorab legt man einen kurzen Text fest - häufig wird der Name des Beschenkten und sein Geburtsjahr verwendet. Dieser wird dann mit einem Laser in das Glas eingraviert. Die personalisierten Whiskygläser mit Gravur werden häufig in Sets aus zwei, vier oder sechs Stück angeboten. Auch als Mitbringsel zu einer Party erfreuen sie sich mittlerweile wachsender Beliebtheit.
Fazit: Wer ein schönes Whiskyglas sucht, der wird auf Whiskyglas.org fündig. Eine wachsende Zahl an Gläsern wird mit Fotos vorgestellt und bewertet. Neben der Kaufberatung rund um Tumbler und Nosing-Gläser bietet die Seite auch viele Infos und Tipps rund um einen gelungenen Abend mit hochwertigen Whiskys. Damit am Ende nicht ein Tumbler mit Eis und kostbarem Single Malt auf dem Tisch steht…
Es ist nicht weniger als “der beste Job in der Welt des Whiskys”, den Iain McArthur auf der Insel Islay bereit hält. Der Lagerarbeiter der Whisky-Destillerie Lagavulin sucht nämlich derzeit seinen ersten (!) Auszubildenden, welcher ihn bei seiner täglichen Arbeit begleiten soll.
Der Anwärter für den Posten muss keine Vorkenntnisse mitbringen. Iain McArthur nennt nur eine Bedingung: “Ich mag keinen starken Tee. Wenn er oder sie starken Tee macht, kann er gleich einpacken”, sagt er schmunzelnd. Das ist natürlich herrlich absurd, verbirgt sich hinter Lagavulin doch ein außerordentlich rauchiger Whisky, der mit intensiven Torfnoten und einer fast medizinischen Strenge die Geschmäcker teilt. Spätestens hier wird klar, dass es sich bei der Suche nach dem Whisky-Azubi um eine geschickt inszenierte Marketing-Kampagne handelt. So dauert das Praktikum in der Whisky-Destillerie auf der Insel auch insgesamt nur zwei Tage. In jedem Fall aber genug Zeit, um den Arbeitsbereich von Iain McArthur kennenzulernen und die kleine, schroffe Insel vor der Küste Schottlands ausführlich zu erkunden.
Wenn ihr jetzt Lust auf das Whisky-Praktikum bekommen habt: Alle Infos und die Hinweise zur Bewerbung erfahrt ihr in folgendem kleinen Video:
Rum gilt als rauer Schnaps, den man besser nur mit viel Cola trinkt. Doch das stimmt so nicht mehr - wie unser Vergleichstest im Alkoblog zeigt. Vier Rum für weniger als 30 Euro müssen sich in Geruch und Geschmack beweisen. Die Sieger sind nicht nur schön verpackt, sondern schmecken auch ganz vorzüglich.
Nur wenige wissen, dass der Begriff Rum ursprünglich vom umgangssprachlichen englischen Wort Rumbullion kommt, was so viel wie Aufruhr oder Tumult bedeutet. Wie der Linguist Anatoly Liberman in seinem Blog aufzeigt, schwappten Wort und Getränk von der karibischen Insel Barbados nach England.
„Hot, hellish, and terrible liquor”
Der erste Rum wurde dort vermutlich zwischen 1640 und 1645 gebrannt. In einer Notiz aus dieser Zeit wird der Zuckerrohr-Schnaps als „hot, hellish, and terrible liquor” beschrieben. Wie alle stark alkoholischen Destillate der damaligen Zeit, war auch Rum ein raues, fieses Getränk, das sich nur Seeleute und geübte Trinker mehr oder weniger unbeschadet in die Kehle kippen konnten. Viel hat sich seitdem geändert. Und heute trauen wir uns an vier Flaschen.
Vier Rum unter 30 Euro im Test
Mit Ron Botucal (ca. 27 Euro), Ron Diplomatico Añejo (ca. 22 Euro), Flor de Cana (ca. 22 Euro) und Myers’s Rum (ca. 13 Euro) stehen zweimal Venezuela, einmal Nicaragua und einmal Jamaica zur Verkostung bereit.
Ron Botucal
Den Beginn macht der Ron Botucal. Die rundliche Flasche versprüht mit ihren Aufdrucken, die an alte Dokumente erinnern, eine ordentliche Portion Retro-Charme. Farblich präsentiert sich der Rum aus Venezuela in einer Mischung aus Bernstein und Kupfer. Im Glas steigt uns der süße Geruch von Vanille, aber auch von Frühlingsblüten und Tannennadeln in die Nase. Beim Geschmack dominiert die Süße, dazu Vanille und Zuckerrohr. Mild und samtig schmiegt sich der Rum an den Gaumen, bisweilen geht das Mundgefühl aber auch ins cremig-ölige. Einige in unserer Runde verbanden das Bild einer feuchten Wiese mit dem Geschmack, ein anderer glaubte eine Frau mit Seidentuch auf eben dieser Frühlingswiese erkannt zu haben. Puuh…und wir sind doch noch bei der ersten Flasche!
Flor de Cana
Sieben Jahre reift Flor de Cana im Fass - so verspricht es das Etikett am Flaschenhals. Im Glas schimmert der Rum aus Nicaragua strohgelb. Auch im Geruch gibt sich Flor de Cana leichter als der Botucal. Vanille und Zitrone werden begleitet von herberen salzig-rauchigen Tönen. Im Mund entfaltet sich die Kraft des Rums: Nur leichte Vanille, dafür herbe, würzige Aromen mit leichtem Rauch. “Wie eine verrauchte Hafenkneipe/Bordell”, kommentierte einer in unserer Runde und spielte damit auch auf die süßliche Note im Abgang des Rums an.
Myers’s Rum
Auf ein buntes Karibik-Gefühl setzt die dunkelbraune Flasche von Myers’s Rum. Im Glas ist der Rum aus Jamaica der dunkelste in unserem Test, mit kupferfarbener Tönung, die ins rötliche tendiert. „Puuh, das wird fies”, lautete der erste Kommentar nach dem Eingießen. Ein stechender Geruch stieg den Testern des Alkoblogs in die Nase. „Spiritus, Lösungsmittel, Klebstoff”, lauteten die ersten Assoziationen. Wer genauer schnuppert, kann zusätzlich auch harzige Nuancen erkennen. Auch im Geschmack ist der Myers’s Rum sehr kräftig und schwer. Holzige Noten mischen sich mit Leder und Teer, das Gefühl im Mund wurde gar als “klebrig und schleimig” beschrieben. Über allem liegt ein starker alkoholischer Geschmack (”spritig”). Da kann auch der lange, rauchige Abgang nicht trösten.
Ron Diplomatico Añejo
Im Glas gibt sich der Rum ganz diplomatisch: Ein helles zitroniges Gelb lässt ihn fast wie Sekt wirken. Auch im Geruch gibt sich der Diplomatico Añejo unaufdringlich. Leichte Vanille, etwas Zuckerrohr und eine flüchtige Seebrise mischen sich zu einem angenehmen Geruchsbouquet. Auf der Zunge lässt der Rum dafür die Früchte tanzen. Kaum Vanille, dafür helle Trauben und Orange (einschließlich Schale) schmeckten die Alkoblogger heraus. Ein frischer Geschmack kitzelte den Gaumen, der Rum war mild und samtig. „Wie ein Tag auf der Isla Margarita”, bekannte eine Testerin fasziniert.
Fazit
Vier Rum für ein Halleluja? Nicht ganz, dafür waren die Proben in unserem Rum-Test vielleicht auch zu unterschiedlich. Zwei der vier Rum konnten sich vom Rest absetzen: Ron Botucal sowie Ron Diplomatico Añejo lagen in der Schlusswertung vorne. Der Geschmack von Vanille, frischen Blüten, sowie ein weiches Mundgefühl zeichnen die beiden Rum aus Venezuela aus. Je nach persönlichen Vorlieben wurde in unserer Runde mal der eine und mal der andere bevorzugt. Auf das Spitzenduo folgt der achtjährige Flor de Cana aus Nicaragua, der insgesamt rauer und ungehobelter ausfällt und dabei im Abschluss ein wenig die Finesse vermissen lässt. Myers’s Rum fiel durch seinen scharfen Geruch und den schweren, scharfen Geschmack auf. Für tropische Cocktails ist der Rum aus Jamaica sicher gut geeignet, für den puren Genuss würden wir andere Rum-Sorten vorziehen.
Unser Test zeigt, dass Rum ein unterschätztes Getränk ist. Wer nur günstige Sorten aus dem Supermarkt trinkt, der verpasst das Beste. In seiner Geschmacksvielfalt steht ein guter Rum einem Whisky kaum in etwas nach: Und pur (auch ohne Eis!) schmeckt ein solcher Rum immer noch am Besten.
Die Alkoblog-Redaktion dankt Jashopping.de für die Zusendung des Ron Botucal.